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Saporischschja ist eine Stadt in der südlichen Ukraine mit 795.000 Einwohnern (2006). Saporischschja liegt 70 km südlich der Stadt Dnipropetrowsk am Dnepr (ukrain. Dnipro) und ist Hauptstadt der Oblast Saporischschja, ein wichtiger Verkehrsknoten (Straße, Eisenbahn und Hafen), Industriezentrum, kultureller Mittelpunkt mit Hochschulen, Theater und Museen.
Das Vorhandensein billiger Stromkraft und die Nähe der Lagerstätten von Kohle, Eisenerz und Mangan bedeuteten günstige Voraussetzungen für die Anlage von Großbetrieben der Eisen- und Nichteisenmetallurgie und des Maschinenbaus.
Heute ist Saporischschja ein wichtiges Industriezentrum der Region mit Firmen der Schwerindustrie (besonders Metallurgie), der Aluminium-, und chemischen Industrie. In der Stadt werden unter anderem Flugzeugmotoren, Landmaschinen und Motorfahrzeuge (ZAZ) hergestellt. Der Hafen von Saporischschja ist Umschlagplatz für Güter aus dem gesamten Donezbecken.
Bei Saporischschja befindet sich das größte zentrale Wasserkraftwerk (hydroelektrische Station) der Ukraine auf dem Fluss Dnepr, das „DneproGES 2“. Erbaut wurde die ursprünglich als „DneproGES“ oder Dnjeprostroj bezeichnete Talsperre von 1927 bis 1932 bei der Stadt Saporischschja, dort wo der Dnepr in Höhe der Insel Chortitza zwischen Dnipropetrowsk und Saporischschja in früherer Zeit für seine Stromschnellen und Felsen im Wasser berüchtigt war. Das ist der Ort, von dem die Stadt ihren Namen bekommen hat (Saporischschja heißt „Hinter den Stromschnellen“ - sa = hinter, porisch = Steine, Felsen). „DneproGES“ wurde 1932 in Betrieb genommen und bis 1939 erreichte die Elektrostation ihre geplante Produktionskapazität. In der gleichen Höhe beginnt die Prachtstraße von Saporischschja, der Prospekt Lenina (dt. Leninboulevard), der 12 km lang ist, mitten durch die Stadt führt und somit die längste Allee Europas ist.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Wasserkraftwerk zerstört (siehe Dnjeprostroj) und in den Jahren 1944 bis 1950 als „DneproGES 2“ wieder aufgebaut. 1969-1980 wurde „DneproGES“ zur Zunahme der Kapazität und dem Aufbau einer Fahrbahn auf der Staumauer vergrößert. Auch am linken Ufer wurde ein weiterer Steuerraum errichtet. Dieser Teil wird als „Dnjeprostroj-3“ bezeichnet.
Das Kraftwerk liefert eine Energie von 1500 Megawatt für die Industriegebiete von Dnipropetrowsk, Krywyj Rih und Saporischschja. Auf einer Länge von mehr als 65 Kilometer erhöht sich der Wasserspiegel des Dnepr durch den Staudamm von Saporischschja bis nach Dnipropetrowsk. Mit der dadurch einsetzenden Überschwemmung der Stromschnellen des Flusses wurde der Fluss erst von Dnipropetrowsk bis zum Schwarzen Meer schiffbar gemacht und das sogar für die großen Hochseeriesen der Weltmeere.
Nicht weit von Saporischschja beginnt der Kachowkaer Stausee; seiner gewaltigen Ausmaße wegen wird er von der Bevölkerung liebevoll auch als „Meer“ bezeichnet. Für die Auffüllung des 240 km langen Beckens, das den Anbau von Wein, Obst und selbst Reis in der Region möglich machte, brauchte man zwei Jahre. 70 km flussabwärts befindet sich in Enerhodar das Kernkraftwerk Saporischschja, welches das größte Kernkraftwerk Europas ist.